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B2B-Lieferbetrug: die Vorkasse-Falle im Geschäftsverkehr

Ein Unternehmen bestellt hochwertige Hardware bei einem scheinbar seriösen Lieferanten. Es fließen mehrere Vorauszahlungen — gegen echte Lieferscheine mit echten Seriennummern. Geliefert wird nie. In diesem realen Fall aus der Region rekonstruierten wir das Vorgehen des Täters allein aus offen zugänglichen Spuren. Wir nennen bewusst keine Namen; im Mittelpunkt steht die Masche.

Aktualisiert: 2026-07-11

Vorgehen im Fall

  1. 1Den Lieferanten unabhängig prüfen: Handelsregister, Sitz (Massenadressen sind ein Warnsignal), tatsächliche Organe statt vorgeschobener Ansprechpartner.
  2. 2Das Alter der Bestell-Domains prüfen: im Fall wurden sie erst wenige Tage vor der ersten Zahlung registriert — ein Indiz für Planung.
  3. 3Zahlungswege hinterfragen: ein Auslandskonto bei einem reinen Zahlungsdienstleister passt selten zu einem etablierten Lieferanten.
  4. 4Lieferscheine und Sendungsverfolgung nicht als Beweis werten: echte Tracking-Bewegungen mit bewusst falscher Adresse erzeugen den Anschein einer Lieferung ohne Zustellung.
  5. 5Vor Zahlung eine echte Referenz oder Teillieferung verlangen; bei Verdacht Spuren sichern und Anzeige erstatten.

Das sollten Sie vermeiden

  • Zahlen Sie nicht in Vorkasse an unbekannte Lieferanten ohne unabhängige Prüfung.
  • Vertrauen Sie nicht allein auf Lieferscheine, Seriennummern oder Tracking-Links — sie lassen sich fälschen.
  • Akzeptieren Sie kein Auslands-Zahlungskonto, das nicht zum Firmensitz passt, ohne Rückfrage.
  • Lassen Sie sich nicht durch Zeitdruck oder auffällig günstige Preise zu schnellen Zahlungen drängen.

Wie SKOPION unterstützt

SKOPION rekonstruiert solche Fälle aus extern zugänglichen Quellen — Handelsregister, Domain-Historie, Zahlungsinfrastruktur — ordnet Täter und Muster ein und bereitet ein belastbares Beweispaket für Anzeige und Bank vor. Passiv, dokumentiert und ohne Eingriff in Ihre Systeme.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen unseriösen Lieferanten?
An Massenadressen im Register, vorgeschobenen Ansprechpartnern, sehr jungen Bestell-Domains und Zahlungskonten, die nicht zum Firmensitz passen.
Sind echte Lieferscheine und Seriennummern ein Beweis?
Nein. Sie lassen sich kopieren; im Fall gab es echte Papiere und Tracking, aber nie eine Zustellung.
Wir haben schon gezahlt — was tun?
Sofort die Bank kontaktieren (Rückholung prüfen), alle Belege sichern und Anzeige erstatten. Eine strukturierte Spurensicherung erhöht die Chancen.

Quellen